67ff – sixtyseven portraits about the truth

67ff – sixtyseven portraits about the truth 2017-01-27T18:57:48+00:00

Sommer 2012. Wie kann ich Menschen kennenlernen und gleichzeitig meiner Haltung zur authentischen Portraitfotografie Ausdruck verleihen?
Bei der Durchsicht einiger Portfolios stoße ich immer wieder auf das, was sich wie ein roter Faden durch die Portraitfotografie zieht. Wir bekommen Menschen zu sehen, die perfekt in Szene gesetzt, von einem Stylisten zurecht gemacht sind und dadurch den Eindruck der Perfektion vermitteln. Eigentlich verkörpern sie gar nicht mehr sich selbst und stellen etwas dar, was man im Alltag auf der Straße so nicht antreffen würde. Ich rede hier nicht von Werbefotografie, von der wir es gewohnt sind, ein Bild vorgesetzt zu bekommen, das nicht der Realität entspricht, nur um zu konsumieren. Ich rede hier von Menschenfotografie, im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich. Den Menschen nur von seiner angeblich besten Seite, immer gut gelaunt und optimistisch zu zeigen, und zu meinen, was man sonst zu sehen bekommt, sei schlecht oder etwas, wofür man sich verstecken müsste.

Die Anfänge dieses Projektes sind holprig. Ich suche nach einem geeigneten, leicht reproduzierbaren Setup, das an jedem Ort in kurzer Zeit auf- und wieder abbaubar ist. Gleichzeitig muss es möglich sein, das Gesicht des Portraitierten zur Gänze zu zeigen, und ebenso muss der Aspekt der Begegnung zwischen mir und der zu fotografierenden Person zum Ausdruck gebracht werden können.
Irgendwann im Frühherbst 2012 entsteht so das erste brauchbare Probebild, das meine Silhouette im Spitzlicht des Auges meines Gegenübers zeigt. Das Setup ist geboren und die Arbeit, Menschen für diese Art der Aufnahme, die vielleicht auch noch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sind, zu gewinnen und möglichst ohne Make-up zu fotografieren, beginnt.

Das vorliegende Werk ist das Ergebnis eines Wachstumsprozesses in jeder Hinsicht. Beginnend im November 2012 und endend mit der letzten Aufnahme im Oktober 2015, fotografiere ich 67, mir bis zum Zeitpunkt der Aufnahme großteils persönlich nicht bekannte, Menschen aus Kunst, Kultur, Sport, Medizin und Business, in einem immer gleichen Setup, um dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, diesen Menschen nicht idealisiert und im Alltag zu begegnen.

67ff are: Back-Vega Peter, Breitebner Konstanze, Bukowski Boris, Coeln Peter, Domschitz Gabriele, Echerer Mercedes, Eisler Judith, El-Gawhary Karim, Franzobel, Geierspichler Thomas, Glattauer Nikolaus, Gruber Sabine, Hager Hermann, Hager Matthias, Haider Sylvia, Holdhaus Hans, Huey Michael, Innauer Toni, Junod Jérôme, Just Brigitte, Kaiser Vea, Kegele Nadine, Kempinger Golmar, Kempinger Herwig, Kiesling Louise, Köchert Sabine, Köhler Michael, Kolonovits Christian, Krassnig Anna Maria, Kumar Yogesh, Laufer Günther, Mair Christian, Maximilian Margit, Mayerhoffer Sissy, Mertikian Gerard, Morzé Petra, Osthoff Gioia, Pariasek Rainer, Poe Kelly, Price Renée, Rabeder Karl, Rabl Claudia, Raich Tanja, Razumovsky Katharina, Reiber Joachim, Reinthaller Barbara, Reinthaller Ulrich, Reumann Robert, Rijavec Christian, Rubey Manuel, Ruyter Lisa, Schierholz Patrick, Schindel Robert, Schmölzer August, Schwanda Martin, Sommer Robert, Steppan Andreas, Stipsits Thomas, Vallon-Sattler Raphaela, Vospernik Cornelia, Weber Doina, Wenzel Michael, Winter Claudia, Witt-Döring Christian, Wolf Hubert, Wolf Susanne Felicitas, Wurawa David

The first complete and official presentation of this project took place at the Austrian gallery Ostlicht.

Please consider also this press announcement.

this project was supported by
noe_kultur_logo-150px